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November 2012

 

Die fetten Meerjungfrauen
Es war einmal vor vielen, vielen Jahren als Camila noch auf allen sieben Weltmeeren umher segelte. Die Crew des stolzen Dreimasters war oft sehr lange unterwegs. Mehrere Monate bekamen die Seefahrer weder Land am Horizont noch Frauen zu Gesicht. Eines Tages machte Leichtmatrose Hans-Rudi, der am heutigen Tage die Schicht im Ausguck übernahm, eine merkwürdige Entdeckung.  Die Camila segelte gerade mit vollem Kurs auf die Ostküste Amerikas zu. Sie fuhr im Auftrag des Schweizer Königs Marcello der Nullte. Die Fracht, die Camilla nach Florida bringen sollte, bestand hauptsächlich aus Schokolade und den berühmten Kräuterbonbons. König Marcello trieb einen regen Handel mit Jack Daniels dem Siebten, Freiherr von Tennessee. Die Waren des Königs tauschte er gegen kostbaren Whiskey ein. Aus Gewissheit, dass sie bald ein Schiff voller Whiskeyfässer zurück nach Europa segeln würden, tranken die Matrosen den letzten gar nicht so kleinen Vorrat aus. Vielleicht mag es an der Wirkung der bräunlichen Flüssigkeit gelegen haben oder am Frauenentzug, jedenfalls bemerkte Hans-Rudi etwas am  Horizont. Zuerst sah er nur graue Punkte. Nach einer Weile konnte der Matrose, wenn er mit zusammengekniffenen Augen in die Sonne blinzelte, dicke Körper erkennen, die sich langsam durchs tiefblaue Wasser schwangen. „Das darf doch nicht wahr sein“, murmelte Hans-Rudi. Nun schrie er aus seinem Ausguck heraus: „Hört, hört! Heute scheint unser Glückstag zu sein!“ Die üblichen Matrosen streckten ihre Köpfe erstaunt aus der Kajüte. „Was hat der denn nun schon wieder?“, “Wer stört meinen Schlafe?“ „Nun sag schon, was siehst du!“, riefen die starken Männer wild durcheinander. Hans-Rudi richtet seine ausgetreckten Zeigefinger auf die merkwürdigen Wesen, die sich erotisch zu bewegen schienen. „Meerjungfrauen, voraus!“ Aufgeregt und erstaunt blickten die Seemänner auf das Meer hinaus und tatsächlich sahen sie, wie sich der schönen Frauen Körper mit einer Flosse am Fußende durch das Azur des Meeres wanden. Den Männern tropfte der Geifer aus den Mündern, hatten sie doch so lange keine Frau mehr zu Gesicht bekommen. Matrose Monty versuchte die schönen Wesen zu zählen: „Welch Wohltat für meine Augen! Eins, zwei, drei … ich sehe drei wunderschöne Nixen.“  Dann trank er in einem Zug den letzten Liter Whisky aus seinem Humpen. „Sechs, nun sehe ich sechs Nixen!“ Camila segelte geradewegs auf die hübschen Gestalten zu. Leichtmatrose Hans-Rudi konnte es kaum abwarten, ins kühle Nass zu den Meerjungfrauen zu springen und sich liebkosen zu lassen. Als die Mannschaft nahe genug war, sprangen einige Männer in den atlantischen Ozean, schwammen in Schlangenlienen auf die merkwürdigen Wesen zu. Sie pressten sich an die riesigen, prallen Körper. Auch an dieser Stelle hatten einige, die besonders tief ins Fass geschaut hatte, noch nicht gemerkt, dass sie gerade mit einer riesigen, fetten Rundschwanzseekuh kuschelten.

-          Die Handlung und alle handelnden Personen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder realen Personen wären rein zufällig. –

Im Homosassa Springs Wildlife State Park hat uns ein Ranger erzählt, es sei tatsächlich immer wieder vorgekommen, dass gestandene Seemänner die fetten Seekühe für wunderschöne Mehrjungfrauen hielten. Auf seinem Bericht basiert die voran gegangene Geschichte.

Der State Park ist unter anderem auch eine Auffangstation für verletzte Manatees (deutsche Bezeichnung: Rundschwanzseekühe). Viele dieser beeindruckenden Wesen sind  Motorbooten zum Opfer gefallen. Einige dieser Tiere werden in Homosassa behandelt und  wenn es ihre Beeinträchtigungen zulassen auch wieder ausgewildert. Ein Manatee, welchen einen Hirnschaden erlitten hat und sich auf Grund dessen nun oft im Kreis dreht könnte nicht mehr in freier Wildbahn überleben. Es war ein tolles Erlebnis, die Mantees einmal live zu sehen. Im Crystal River sahen wir auch einige wilde Rundschwanzseekühe. Die bis zu 4,5 Metern großen und bis zu 500 Kilogramm schweren Säugetiere fressen täglich bis zu 125 Kilogramm Seegras. Manatees unterteilen sich in Karibik-, Amazonas- und afrikanische Manatees. Die Rundschwanzseekühe wiederum gehören zusammen mit den Dugongs zu der Familie der Seekühe. Der Fachausdruck für Seekühe „Sirenia“ ähnelt doch erstaunlich stark dem Wort „Sirenen“. Die aus der griechischen Mythologie stammenden weibliche Mischwesen aus ursprünglich Frau und Vogel, später auch Frau und Fisch betörten Seemänner mit ihrem Gesang , um sie zu töten. Und hier noch für die unter euch, die mal wieder gerne mit ihrem unnützen Fachwissen glänzen wollen, eine anatomische Besonderheit der Manatees: Sie haben nur sechs Halswirbel und sind damit neben den Faultieren (die uns später in Costa Rica bezauberten) die einzigen Säugetiere, die keine sieben Halswirbel besitzen.
Im State Park, gab es auch noch andere Tiere. Unter ihnen auch ein Filmstar im Ruhestand, das 52 jährige Nilpferd Lu aus der Serie Daktari. Leider lebt die rüstige Dame alleine in ihrem kleinen Becken. Auch Adler, Alligatoren, Bären, Wölfe, verschiedene Vogelarten und viele weitere Tierarten werden im State Park scheinbar wieder aufgepäppelt. Doch geht es hier wirklich ums Wohl und die Genesung der Tiere, oder vielmehr um die Einnahmen der Besucher, die die eingesperrten Tiere anstarren?

 

Karibik

Ruhe

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Ueberschwemmungen in Panama

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Tolle Zeit


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