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Wohnmobil

Wohnmobil

Ich war wieder einmal unterwegs am Genfer See im Park des Cedres, einfach so am Rollstuhlfahren. Suchte auch keine Lösungen von Problemen, sondern genoss einfach das schöne Wetter und den See. Als ich bei Anna durch ihren Bogen fuhr, sagte sie zu mir, lass endlich los! Ich verstand zuerst ihre Worte nicht, dies geht mir aber immer so. Was meinte sie damit? Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen, kurze Zeit später wurde ich traurig. Sie spürte mich wie immer, sagte weiter zu mir, dass ich nicht traurig sein muss aber ich solle meinen Weg weitgehen. Sie werde immer bei mir sein, auch wenn ich nicht mehr am See wäre. Ich müsse einen Schritt weitergehen, auch wenn wir uns dadurch trennen müssen. Jetzt wusste ich was sie meinte, ich spielte schon länger mit dem Gedanken die Wohnung zu verkaufen. Konnte mich aber noch nicht lösen von ihr! Jetzt wusste ich, dass der Zeitpunkt gekommen ist um diesen Schritt zu wagen. Ich war sehr glücklich in diesem Moment, denn auch diese Entscheidung wurde mir abgenommen. Es ist immer schwer den richtigen Moment zu erwischen, wenn man aber auf das Innere hört erkennt man den Moment. Zuerst musste ich aber noch einen großen Schritt machen, der mir nicht leicht fiel. Da ich mir schon länger bewusst war, dass meine Flexibilität nicht mehr so groß ist wie auch schon, aber ich meine Träume vom Reisen weiterleben will, war dies ideal. Jetzt waren die Türen offen, ich schaute mir im Internet das einte oder andere Wohnmobil an. Irgendwie wusste ich, dass dies mein nächster Schritt werden muss. Da die geeignete Unterkunft zu finden, als Rollstuhlfahren nicht so einfach ist, insbesondere als Tetraplegiker, wusste ich dass mein nächster Weg über ein rollstuhlgängiges Wohnmobil gehen wird. Dort konnte ich auch alles nach meinen Bedürfnissen einrichten, was für mich sehr wichtig ist. Dazu gehört ein Pflegebett, auch eine Befestigungsvorrichtung für den Rollstuhl, eine gute Rundumsicht und das wichtigste ein Lift damit ich mit meinem Rollstuhl in das Wohnmobil hineinkomme. Ich hatte eigentlich schon ein tolles im Visier, leider meldete sich diese Firma nicht mehr bei mir. D.h. sie hatten kein Interesse mehr, zu meinem Glück wie ich später feststellen durfte. Somit musste ich weiter schauen, um mir meinen nächsten Traum zu erfüllen, vom Barrierefreien reisen. Ich bekam einen Tip von jemandem, dass ich mich doch einmal bei der Firma Chapuy melden soll. Diese Firma hat ein Wohnmobilunternehmen, bauen auch Wohnmobile individuell um nach den Bedürfnissen des Käufers. Der Vorteil ist, dass diese Firma ganz in der Nähe von meinem Wohnort ist. Da der Umbau von einem normalen Wohnmobil, zu einem Rollstuhlwohnmobil relativ aufwendig sein wird. Ich rief dort an und erfuhr, dass der Inhaber dieses Geschäftes auch schon Rollstuhlwohnmobile umgebaut hat. Er hätte auch ein Modell, sagte er mir weiter, bei dem es sich den Umbau sehr gut vorstellen könnte. Ich war sehr überrascht über diese positive Nachricht, dass ich es fast nicht glauben Konnte. Mein Traum ist nicht geplatzt, nur über einen kleineren Umweg wird er stattfinden. Denn dieses Wohnmobil kann ich genau nach meinen Bedürfnissen umbauen, da ich sehr viele Erfahrungen habe mit dem Reisen in einem Wohnmobil, war dies natürlich perfekt für mich. Da ich finanziell relativ unabhängig bin (wohne immer noch bei meinen Eltern), ein sehr großer Vorteil von mir. Kann ich mir ein solches Vehikel auch leisten. Ja, war meine Antwort um etwas zu erreichen muss man auch immer wieder Risiken eingehen. Dies war auch so, bei all meinen Reisen aber vor allem bei der Reise von einem Jahr durch Amerika. Ich wusste einfach dass dies meine Zukunft sein wird, auch dass man seine Träume leben darf. Um etwas zu erreichen muss man meistens ein Risiko eingehen, sonst passiert nichts im Leben. Es ist wie Türen aufgehen, bei mehrmaligem Anklopfen. Durch die Türe muss man aber selber gehen, wenn man die Möglichkeit erhält. So kann ich mir bald einen weiteren Traum erfüllen, von einer fahrbaren Wohnung. Es sind keine Grenzen mehr gesetzt, wo ich mein Leben verbringen will. Eigentlich unglaublich, wenn ich zurück denke vor 28 Jahren, bei meinem Unfall.
Was ich auch gelernt habe, positives Denken öffnet sehr viele Türen. Auch wenn immer wieder eine zugeht nicht darauf warten, bis diese sich wieder öffnet, sondern zur nächsten gehen, um dort an zu klopfen.

Ich würde euch gerne wieder mitnehmen auf meine Reisen, auch den Umbau von dem Wohnmobil dokumentieren, auch Probleme wird es wie immer geben bei dem Umbau meines Wohnmobiles. Es hat sich eine Tür geöffnet, und ich gehe durch diese durch. Mal schauen wo sie mich hinführt.

Der Umbau

Eigentlich war mein Ziel, dass ich dieses im April in Empfang nehmen darf. Wie mir auch versichert wurde von dem Unternehmen. Natürlich, eigentlich wie immer im Leben läuft nicht alles am Schnürchen, so auch der Umbau nicht. Denn es gab sehr große Probleme mit dem Lifteinbau, da ich ein Kassetten Lift wollte der Eingefahren werden konnte, wurde dies zu einem größeren Problem als angenommen. Das andere System des Liftes wäre gewesen, ein Lift der sich aufgeklappt im Inneren des Wohnmobiles (Bonita). Da der Platz in diesem viel kleiner ist als in Bonita, habe ich mich für den Kassettenlift entschieden. Worüber ich sehr froh bin, wenn ich das Resultat anschauen darf. Auch das Pflegebett gab Probleme auf, dies konnte wir aber mit einem schmäleren sehr schnell lösen. Dann wollte ich auch noch ein Arbeitsplatz eingerichten, neben meinem Bett. Diese sollte multifunktional sein, d. h. am Tag als Schreibtisch und am Abend als Bett. Dann hatte ich einmal das Grundgerüst für mein „Zimmer„, jetzt ging die ganze Sache weiter nach vorne. Denn als ich das 1. Mal in das Wohnmobil hinein durfte, traf mich der Schlag denn der Boden war auch noch erhöht. D. h. sie mussten den ganzen Boden herausreißen und die Kabelkanäle anders verlegen, dadurch kam das nächste Problem auf uns zu, denn der Tisch war jetzt fast 20 cm höher als vorher. Dies hatten wir aber sehr schnell im Griff, wir machten eine Tischverlängerung. Vorne merkten wir sehr schnell das alles viel zu eng ist auch um nach vorne zu kommen. Also mussten wir den Sitzplatz zum Essen schmälern, dadurch musste der Wassertank unter dem Sitz kleiner gemacht werden. Auch  die anderen Seite die Kommode musste verkleinert werden, jetzt kam ich nach vorne. So ergab sich nach einem gelösten Problem, 2 Folge Probleme.Schlussendlich fanden Thorsten (der Innendekorateur) und ich für alles eine Lösung, vielen Dank Thorsten für alle deine Bemühungen.Das einzige wo ich nichts zum abändern geben musste, war der Führerbereich. Da hatten sie auf beiden Seiten schon ein Schwenksitz darin, worüber ich sehr froh bin. Denn bei langen Reisen, ist es viel angenehmer für mich wenn ich vorne auf den Sitz sitzen darf.

Jetzt müssen wir das ganze nur noch einrichten und dann kann es am 23. Juli endlich losgehen, ich freue mich riesig auf das Abenteuer England, Schottland und Wales.Natürlich wird es auch auf der Reise das einte oder andere nicht vorhergesehene Problem geben, dies gehört zum Reisen wie das Reisen an und für sich.

Ich probiere auch wieder euch mir meine Homepage auf dem Laufenden zu halten, schaut einfach mal rein unter England.

Fotos vom Umbau sind online unter staldi.ch


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